Der letzte Kosmonaut
Januar 1992. An Bord der Orbitalstation MIR umkreist der 35-jährige russische Kosmonaut Genadji Shukov seit zwei Jahren die Erde und wartet auf seine Ablösung. 16 Mal pro Tag umrundet er die Erde, 16 Mal geht die Sonne auf. 5696 Sonnenaufgänge sieht er pro Jahr. Kosmonaut Shukov leidet an den Symptomen der Raumkrankheit und unter der entsetzlichen Einsamkeit im All. Sein Forschungsauftrag ist längst erfüllt. Die Station löst sich rapide in ihre Bestandteile auf. Shukov kämpft um sein Leben, denn die Steuerungssysteme fallen aus, die Lebenserhaltungssysteme sind ständig defekt, der Funkkontakt zur Bodenstation in Baikonur bricht häufig ab, so dass Shukov pausenlos mit Reparaturarbeiten beschäftigt ist.
Inzwischen zerfällt die mächtige Sowjetunion. Aber davon hat Shukov keine Ahnung. Zur Vermeidung eines "Schocks" hat man ihm nichts von den politischen Veränderungen in der ehemaligen Sowjetunion berichtet. Was Kosmonaut Shukov ebenfalls nicht weiß: Er soll nicht abgelöst werden, sondern noch weitere Monate oben bleiben ...
Shukov feiert seinen vermeintlich letzten Tag im All. Das Kontrollzentrum meldet sich und kündigt die versprochene Ablösung an. Die »Wostok 21« ist auf dem Weg zur MIR. Doch vorher soll Shukov noch die Antisatellitenwaffe "Medusa" vernichten, da sie den neuen Machthabern im Kreml politisch und militärisch nicht mehr opportun erscheint.
Shukov verschiebt die Zerstörung von "Medusa" wegen technischer Schwierigkeiten. Plötzlich meldet sich Tscherepin, ein Verbündeter aus dem Kontrollzentrum in Baikonur, und berichtet Shukov vom Zerfall der Sowjetunion. Shukov glaubt ihm nicht.
Die lang erwartete Fähre koppelt an. Die Besatzung der »Wostok«, Romanenko, Popow und Strelakow, betritt die Station. Ihr Auftrag ist es, Shukov bis zum letzten Moment zu täuschen, ihn dann im Labor zu isolieren und allein zu lassen. Der Kosmonaut erkennt, dass Tscherepin recht gehabt hat. Nun beginnt Shukov seinen Kampf. Er tötet alle drei Kosmonauten. Dann unterrichtet er die Bodenstation: »Ich will sofort zurück, oder es geschieht ein Unglück!«
Baikonur versucht, während der Nacht die "Wostok" vom Boden aus abzukoppeln. Tscherepin warnt Shukov. Im letzten Moment kann Shukov das Abkopplungsmanöver der "Wostok" verhindern. Dann überspielt Tscherepin Shukov die simulierten Fernsehbilder seiner eigenen Landung! Die "Wostok" landet in der sibirischen Steppe, Shukovs Frau und Tochter empfangen ihn, er wird als Held gefeiert. Shukov erkennt, dass man ihn endgültig abgeschrieben hat. In seiner Wut setzt er mehrere Fernmeldesatelliten außer Kraft, was zu einem Riesenchaos auf der ganzen Welt führt.
Dann verlangt er, dass ihn die Amerikaner herunterholen, weil er weiß, dass ihn in Russland das Erschießungskommandos erwartet. Als "Gastgeschenk" will er den Amerikanern "Medusa" offerieren.
Shukovs glückliche Landung in Houston, Texas, wird ein Medienereignis. Aber dann beginnt der Ärger. Shukov will "Medusa" nicht verraten und verschwindet spurlos. In einem Hotel in Havanna taucht er wieder auf und will "Medusa" den Kubanern überlassen ...